Long time no see…!

„Wenn man nichts hört, ist alles in Ordnung.“ Dieser Ausspruch gehört wohl zu den weisesten aller Elternweisheiten, und in unserem Fall ist dem trotz eifriger Bewegungen in allerlei Richtungen auch so. Zwar gab und gibt es zwischendurch das ein oder andere Zipperlein wie Magen-Darm-Gerumpel oder unschöne Postpubertäts-Pickel, die wir neuerdings wie eineiige Zwillinge an denselben Ohrwinkeln züchten, aber im Großen und Ganzen ist alles gut. Heavy macht sich großartig als Hausmann und künftiger Bauherr. Sein Excel-Imperium wächst und gedeiht, und auch, wenn ich ihm nicht immer ganz folgen kann, bemühe ich mich, seinen tabellenwütigen Koordinationswahn so gut es geht nach Feierabend zu honorieren.
Letzterer (der Feierabend) hat übrigens in der jüngsten Entwicklung für mich eine ganz andere Qualität gewonnen: Anstatt nach der Arbeit fünfzig Minuten über die Autobahn zu brettern, bummele ich mich neuerdings durch die Neusser Einkaufsstraßen und bin strammen Schrittes tatsächlich innerhalb von 5 Minuten zuhause. Ich gebe zu, dass es mir trotzdem schwer fällt, das Vertraute hinter mir zu lassen – nach 7 Jahren fehlen mir meine „alten“ Kollegen und Abläufe, die ich selbst im Halbschlaf beherrsche. Stattdessen laufe ich morgens fünfmal denselben Gang entlang, um Sachen zu erledigen, die ich mit nur einem Weg verbinden könnte. Das Zeiterfassungssystem macht auf einmal bei den gewohnten Klicks ganz andere Sachen als vorher, ich muss mir 387 neue Passwörter und gefühlte 72 neue Kollegennamen merken. Und permanent suche ich diesen dusseligen Schlüssel, der aussieht wie der meines Autos und natürlich jedesmal in der „anderen“ Hosen- oder Jackentasche verschwunden ist. (Vielleicht sollte ich mir auch eine Excel-Tabelle einrichten, mit der ich mein neues Leben am Arbeitsplatz organisiere, wahrscheinlich würde ich aber auch da irgendwas nicht finden oder wenigstens vergessen…) Man sollte nicht meinen, dass ich eigentlich ein von Grund auf strukturierter Mensch bin – wobei… irgendwie auch logisch: Ich muss mich umstellen, anstatt alte Programme abzuspulen, diese mit neuen überschreiben, (ein-)gewöhnen eben. Irgendwann läuft die Maschinerie vermutlich wieder von alleine rund. Geduld ist nicht meine Stärke, und deshalb macht mich dieser Zustand gerade wahnsinnig, obwohl ich es mit den neuen Kollegen offensichtlich wirklich gut angetroffen habe. Das andere, projektbezogene Arbeiten gefällt mir ganz gut, und ich freue mich, von einigen neuen Freiheiten Gebrauch machen zu können. Die Zeit wird den Rest zeigen. Irgendwann habe ich mich sicher daran gewöhnt, dass der anzugbekleidete Sicherheitsdienst Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen der Besucher annimmt und mir vor jedem Toiletten- oder Dienstgang freundlich zunickt. Dabei macht er entweder schweigend Striche auf einen Zettel oder murmelt irgendwas in sein Headset. Im Hintergrund läuft pausenlos n-tv mit dem Börsenticker über einen Flachbildfernseher. Neben seinem Domizil, direkt über der Treppe, verweist ein blaues Schild auf die „Tagungsräume“ im Keller. Verkehrte Welt. Am Empfang könnte man wirklich meinen, man hätte sich am Flughafen oder bei einer Bank für Privatanleger verirrt. Wie das wohl auf unsere Leutchen wirkt?

Weil aller guten Dinge drei sind, bleiben Büro- und Wohnungsumzug nicht die einzigen Beiden:
Auch unser Blog zieht bald um – wie Frauen so sind, brauchen sie ab und zu „was schickes Neues“, und ich habe mich da für eine eigene Domain entschieden. Bald findet ihr uns unter fleischsalattours.de, wer mag, kann ab und zu reinschauen und in den nächsten Tagen live meine Programmierfehler verfolgen…

Bis dahin bleibt uns wohlgesonnen, wir freuen uns über jeden Besuch. :-)
Und nicht vergessen: Rocken!